WOZU KUNST HEUTE NOCH?

Lecture Handout
Stumpfhaus_Lecture_Handout.pdf
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Gesprächsvorträge im Rahmen des Artistweekend, Berlin:
Ort:
NGORONGORO II
Termine:
DO. (26.04.18), FR. (27.04.18), SA. (28.04.18), SO. (29.04.18)
jeweils: 14.00 und 19.00 Uhr
Treffpunkt: Gregor Hildebrandts Bronze-Säule (2018), zwischen Bar und Küche auf dem Gelände

Lehderstraße 34, 13086 Berlin

Die Gesprächsvorträge widmen sich den kulturellen Veränderungen, die wir gegenwärtig erleben, sei es durch die Digitalisierung, sei es durch die Folgen der Globalisierung, sei es durch den schleichenden Umbau demokratisch verfasster Nationen.

 

Die Kunst (was auch immer das jetzt sein mag) stand bisher unter dem Impuls der Aufklärung im weitesten Sinne. Sie diente als kognitives, emotionales und sinnliches Experimentierfeld der individuellen wie gesellschaftlichen Fundierung von Freiheit, indem sie spielerisch Erfahrungen bereitstellte, das Urteilsvermögen des Einzelnen zu provozieren und nuanciert auszubilden. Vorrausetzung für diese Funktion war die Vorstellung eines monadischen Individuums, das es zu formulieren, zu entfalten und gesellschaftlich zu vermitteln galt.

 

Unter den Erfahrungen der atemberaubenden Beschleunigung der Kommunikation, der Delegierung des Urteils an Maschinen, der digitalen Kolonialisierung des Körpers stellt sich nun die Frage, ob wir nicht in ein Zeitalter einer grundlegend veränderten Kultur eintreten, in welcher die Individualisierung ein Hemmnis bedeutet in der Begegnung der Menschen; ob statt der entschiedenen Einsamkeit in Freiheit nicht vielmehr die Glückserfahrungen im gemeinschaftlichen Flow des Funktionierens das Ziel der persönlichen Orientierungen darstellen. Von hier aus stellt sich die Frage, ob die Zuordnung der Kunst zur Freiheit und Ausbildung des Individuums in seiner kaum mitteilbaren Vielschichtigkeit überhaupt noch einen tragenden Sinn hat.

 

Der Vortrag entfaltet offen seine Thesen. Er dient nicht der Unterrichtung, will nicht informieren. Er zielt darauf ab, ins Gespräch zu kommen. Insofern sind die acht Veranstaltungen nicht auf serielle Wiederholung angelegt. Vielmehr entwickeln sich die einzelnen Vorträge von Mal zu Mal, bereichert und modifiziert um die Erfahrungen der Vorläuferveranstaltungen.

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zuletzt geändert: 11. Apr. 2018